Rechtsgebiete

          

  • Arbeitsrecht

Zum Arbeitsrecht gehören beispielsweise Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer über eine Kündigung, Abfindung oder den Lohn, aber auch Fragen des Betriebsrats oder zur Mitbestimmung.  

Für diese Streitigkeiten sind die Arbeitsgerichte zuständig. Vor dem Arbeits-gericht kann man sich nicht nur durch einen Recntsanwalt vertreten lassen, sondern auch durch einen Vertreter einer Gewerkschaft oder des Arbeitgeber-verbands, wenn man dort Mitglied ist. Deshalb muss in der ersten Instanz jede Partei ihren Anwalt selbst bezahlen, selbst wenn sie das Verfahren gewinnt. Nur die Gerichtskosten werden nach Obsiegen und Unterliegen aufgeteilt.

 

  • Sozialrecht

Das Sozialrecht befasst sich mit Themen wie Arbeitslosengeld, Hartz IV, Renten (auch wegen Erwerbsunfähigkeit) oder mit der Anerkennung einer Behinderung. Auch die Versicherteneigenschaft oder die Beitragspflicht zur Kranken- oder Pflegeversicherung gehören hierher.  

Das Verfahren beginnt in der Regel mit einem Antrag des Betroffenen. Wird der Antrag abgelehnt, muss hiergegen zuerst schriftlich Widerspruch eingelegt werden. Erst wenn die Behörde auch den Widerspruch zurückweist, ist dagegen eine Klage möglich.

Gut zu wissen: Rechtsschutzversicherungen müssen Verfahrenskosten im Sozialrecht erst übernehmen, wenn eine außergerichtliche Lösung nicht erreicht werden konnte und die Sache vor das Sozialgericht geht.

 

  • Allgemeines Zivilrecht

Das Zivilrecht fasst all jene Rechtsbereiche zusammen, die das Verhältnis zwi- schen privaten Personen oder Institutionen regeln. Dazu gehören so unter- schiedliche Themen wie Vertragsrecht (z.B. Kauf-, Miet-, Darlehens- oder Gesell- schaftsverträge) oder Schadenersatzpflichten, die auch ohne Vertrag entstehen können. Weiter regelt das Zivilrecht die Eigentums- und Besitzverhältnisse an Grundstücken und beweglichen Sachen sowie das Familien- und Erbrecht.

Fast immer geht es hier um Geldforderungen. Für die Entscheidung sind - je nach Streitwert - die Amts- oder die Landgerichte zuständig. Bevor ein Urteil gesprochen wird, sind die Gerichte verpflichtet, auf eine Einigung der Parteien hinzuwirken.  

Die vom Gericht festgestellten Urteile und Vergleiche können vollstreckt werden. Dafür sind die Gerichtsvollzieher oder - z.B. bei Konto- oder Lohnpfändungen - die Amtsgerichte zuständig.

 

  •  Verkehrsrecht

Im Verkehrsrecht müssen Fragen aus den Gebieten des Zivilrechts, des Straf-rechts und des Verwaltungsrechts geklärt werden.

Im zivilrechtlichen Bereich geht es um Schadenersatzansprüche aus Verkehrs-unfällen. Hier ist möglichst frühzeitig anwaltliche Hilfe unbedingt erforderlich, wenn Personenschäden (Schmerzensgeld) oder Mietwagenkosten im Raum stehen. Außerdem kann der Anwalt immer sicher stellen, dass keine Schaden-position "vergessen" wird. 

Im Straf- und Bußgeldrecht erhält nur der Anwalt Einsicht in die Ermittlungsakte. Dies ist Voraussetzung für eine effektiver Verteidigung.  

Die Frage aber, wie viele Punkte eine Ordnungswidrigkeit in der Verkehrs-sünderkartei in Flensburg "kostet", entscheidet nicht der Strafrichter, sondern das ergibt sich allein aus verwaltungsrechtlichen Regelungen. Nur wer diese Regelungen kennt, kann auch den Punktestand genau berechnen und über- prüfen. 

 

  • Baurecht

Im Baurecht kann man zunächst um die Frage der Zulässigkeit eines Bauvor-habens streiten. diese Frage gehört zum "öffentlichen Baurecht". Dafür sind die Verwaltungsgerichte zuständig.

Ist die Baugenehmigung erteilt und mit dem Bau begonnen, entstehen häufig Unstimmigkeiten über die  Einhaltung von Fristen oder die genaue Bau- ausführung (Baumängel). Diese Fragen gehören zum "privaten Baurecht". Hierfür sind - je nach Streitwert - die Amtsgerichte oder die Landgerichte zuständig.

Die Verfahrenskosten für Bauprozesse sind auf Grund der hohen Streitwerte häufig relativ hoch. Deshalb sind Rechtsschutzversicherungen - zum Schutz der Gesamtheit der Versicherten - nur in Ausnahmefällen verpflichtet, diese Kosten zu übernehmen.